Die ersten 10 Tage im Monat Duhl-Hidscha

Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) sagte: „… Das Jahr hat zwölf Monate. Davon sind vier heilig, drei aufeinanderfolgende: Dhu’l-Qa’da, Dhu’l-Hiddscha und Muharram, und der Radschab von Mudar, der zwischen Dschumada und Scha’ban liegt.“ (Buchari)

Angesichts der Heiligkeit dieser Monate warnt Allah (subhana wa ta ala) Seine Diener: „… also tut euch selbst in ihnen kein Unrecht an…“, da die Sünden in ihnen schwerer wiegen als in anderen Monaten. Doch nicht nur die Sünden wiegen schwerer, sondern auch die guten Taten. So erklärt Ibn Abbas (r) über diesen Vers: „… Und Er machte die Sünde ihn ihnen schwerwiegender und das rechtschaffene Tun und die Belohnung gewaltiger.“ (Tafsir Ibn Kathir)

Der Prophet (Friede und Segen auf ihm) hat uns aufgetragen, in dieser Zeit viel Dhikr (Lobpreisungen) zu sprechen wie: Tasbih („Subhan-Allah“), Tahmid („Al – Hamdu Lillah“ ) und Takbir („Allahu akbar“).

Allgemein soll man mehr gute Taten vollbringen, denn Allah liebt gute Taten und gibt dafür unermesslichen Lohn. Wer nicht in der Lage ist, zum Hadsch zu gehen, sollte diese gesegnete Zeit mit gottesdienstlichen Handlungen füllen, wie z.B. freiwillige Gebete zu verrichten, den Qur’aan zu rezitieren, Allah zu gedenken (Dhikr), Bittgebete (Du’a ) an Allah zu richten und freiwilliges Spenden (Sadaqa), seine Eltern zu ehren [4] und seine Verwandtschaftsbande zu pflegen, Gutes zu gebieten und Schlechtes zu verbieten und andere Wohltaten.

Ibn ’Abbas (Allah’s Wohlgefallen auf ihm und seinem Vater), berichtete, dass der Prophet (Friede und Segen auf ihm) sagte: „Es gibt keine Tage, an denen gute Taten Allah lieber sind, als an diesen 10 Tagen.“ Die Leute fragten: „Auch nicht der Dschihaad auf Allah’s Wegen?“. Er (Friede und Segen auf ihm) antwortete: „Auch nicht der Dschihaad auf Allah’s Wegen, außer in dem Fall von einem Mann, der (zum Dschihaad ) mit seiner Seele und seinem gesamten Vermögen zog, und mit nichts davon zurückkam.“ (Überliefert von Al – Buchari, 2/457)

Allah sagt (was bedeutet): „Bei der Morgendämmerung (wal – al – Fadschr)*, und den 10 Nächten.*“ (Sura Al – Fadschr (89) : 1 – 2 ). Ibn ’Abbas, Ibn Az – Zubayr, Mudschaahid und andere große Gelehrte der früheren (Salaf) und späteren (Chalaf) Generationen sagten: „Mit diesen 10 Tagen sind die ersten 10 Tage von Dhul – Hidscha gemeint.“

Ibn ‚Umar (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass der Prophet (Friede und Segen auf ihm) sagte: „Es gibt keine Tage, die großartiger bei Allah sind und in denen die guten Taten Allah lieber sind, als diese zehn Tage, so sprecht in diesen Tagen vielfach Tahlil („La ilaha illa-Allah“; d.h. Es gibt keinen Der –mit Wahrheit und Recht- angebetet werden darf außer Allah), Takbir („Allahu Akbar“; Allah ist noch größer als alles, was wir uns vorstellen) und Tahmid („Al – Hamdu Lillah“; Alles Lob und Dank gebührt Allah).“ (Überliefert von Imaam Ahmad 7/224, sahir)

Umm Salama (ra) berichtete, dass der Prophet Muhammad die 9 Tage von Dhul Hidscha gefastet hat. (Sunnan Abi Dawuud)

Ibn ‚Umar und Abu Huraira (Allah’s Wohlgefallen auf ihnen beiden) sind gewöhnlich während der ersten 10 Tage von Dhul – Hidscha auf den Markt gegangen, und haben den Takbir lautstark ausgesprochen, und die Menschen als sie sie hörten haben den Takbir nachgesprochen. Mit nachsprechen ist gemeint, dass die Menschen an die Sunna des Takbir erinnert wurden und sie daraufhin – jeder für sich – den Takbir sprachen. Auf keinen Fall ist damit gemeint, gemeinsam den Takbir im Chor zu sprechen, denn dafür gibt es keine Grundlage (Beweis) in der Schari’a.
(Die Frauen sprechen den Takbir selbstverstaendlich leise)

Takbir: : „Allahu akbar, Allahu akbar, La ilaaha illa – Allah, w-Allahu akbar, Allahu akbar wa Lillaahi’l-hamd.“

Diese Texte und andere belegen, dass diese 10 Tage besser als alle anderen Tage des Jahres sind -ohne Ausnahmen- nicht einmal die letzten 10 Tage von Ramadaan. Jedoch sind die letzten 10 Nächte von Ramadaan besser, weil sie Lailat al – Qadr („die Nacht von der Macht/Bestimmung“) enthalten, welche besser ist als tausend Monate. Auf diese Weise können die verschiedenen Überlieferungen miteinander vereint werden. (Siehe Tafsir Ibn Kathir, 5/412)

Es gibt viel zu gewinnen, so mache das Beste aus diesen unschätzbaren und unersetzlichen 10 Tagen. Beeile dich, gute Werke auszuführen, bevor der Tod vor der Tür steht und man seine eigene Nachlässigkeit und sein Versagen bedaürt und man bittet (in die Welt) zurückkehren zu dürfen, jedoch die Bitte nicht erhört wird; beeile dich, bevor der Tod dem Menschen von seinen Hoffnungen trennt und der Mensch mit seinen Taten im Grab eingeschlossen wird.

Aufrichtige Reue. Eine der wichtigsten Angelegenheiten während dieser 10 Tage ist, aufrichtige Reue bei Allah zu suchen und alle Arten von Ungehorsam und Sünden aufzugeben. Reue bedeutet, dass man zu seinem Herrn zurückkehrt und alle sichtbaren und inneren (geheimen) Sünden unterlässt, die Allah hasst. Reue bedeutet, dass man bedauert, was in der Vergangenheit passiert ist, dass man es von diesem Augenblick an sofort unterlässt und sich fest vornimmt, es in Zukunft nie wieder zu tun, sondern den ehrenhaften Weg der Wahrheit einzuschlagen, indem man das tut, was Allah liebt.

Ein Schlachtopfer zu bringen. Einer der guten Taten dieser 10 Tage, mit der eine Person näher an Allah’s Barmherzigkeit gelangen kann, ist, dass man ein hochwertiges Opfertier wählt, mästet und dann für Allah Den Allhöchsten schlachtet (und einen großen Teil des Fleisches) und Geld auf Allah’s Weg spendet.

Wichtige Anmerkung: Die Sunna besagt, dass derjenige der beabsichtigt ein Opfertier zu schächten, das Schneiden und Kürzen seiner Fingernägel, sowie Kopfhaare, unterlassen muss; von Anbeginn der zehn Tage bis zum Ende. Der Beweis dafür ist im Sahih Muslim mit vier Überlieferungswegen zu finden (13/146), wo es heißt das der Prophet Muhammad sagte: „Wenn ihr den Neumond von Dhul – Hidscha seht, wenn jemand von euch beabsichtigt ein Opfertier darzubringen, dann soll er aufhören seine Haare, sowie Nägel zu schneiden bis er sein Opfer dargebracht hat:“ Nach einem anderen Bericht, sagte er: „Er soll nicht irgendetwas verkürzen (wörtlich berühren) von seinem Kopf oder Haut.“

Abi Qutaba (ra) berichtete, dass der Prophet Muhammad (Friede und Segen) auf ihm sagte: „Das Fasten am ‚Arafa-Tag (9. Duhl-Hidscha) löscht die Sünden von 2 Jahren, das Jahr zuvor und ein Jahr danach.“ (Sahih Muslim)

„Der Prophet (Friede und Segen auf ihm) pflegte am 9. von Dhul – Hidscha, am Tag von ’Aschuura, an drei Tagen eines jeden Monats und an den ersten zwei Montagen und Donnerstagen jedes Monats zu fasten.“ (Berichtet von An – Nasai, 4/205, und Abu Dawuud; als sahih (makellos/authentisch)

Ein Muslim sollte darauf achten, dass er nicht irgendeine von diesen wichtigen Ereignissen verpasst, denn die Zeit vergeht schnell. Er soll durch gute Taten vorsorgen, für jenen Tag, an dem er die Belohnung am dringendsten nötig hat, denn, egal wie viel Belohnung er erworben hat, es wird weniger sein, als das was er braucht. Die Abreise (d.h. der Tod) ist nah, die Fahrt beängstigend, trügerische Hoffnung weitverbreitet und die Gefahr groß, doch Allah ist wachsam, und zu ihm kehren wir zurück und müssen bei Ihm Rechenschaft ablegen. So wie es (sinngemäß) im Qur’aan heißt:
„Wer auch Gutes nur vom Gewicht eines Atoms tut, der wird es dann sehen. Und wer auch Übel nur vom Gewicht eines Atoms tut, der wird es dann sehen.“ ( Sura Al – Zalzala (99) : 7 – 8 )

Möge Allah Segen und Frieden auf unseren Propheten Muhammad, seine Familie und seine Gefährten senden, und allen, die ihnen bis zum Tag der Auferstehung auf die beste Weise folgen.

Alles Gute hierin kommt von Allah, und alles Schlechte von mir (moege Allah mir vergeben), oder dem Shaitan.

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