Sahabiya: Asma‘ bintu Abi Bakr

Noch einmal werden wir eine Reise in die Vergangenheit unternehmen und eine andere großartige Frau, Asma‘ bintu Abi Bakr besuchen, eine der bedeutenden Sahabiyyat (weiblichen Prophetengefährtinnen).

Diese Reise verlangt von uns, dass wir unseren Geist von den Ideen der Modernisten befreien und dem Leben, das diese gesegnete Gefährtin geführt hat, besondere Aufmerksamkeit widmen und es mit unserem eigenen Leben vergleichen.

Wie immer werden wir diese Reise mit den authentischen Überlieferungen der Hadithgelehrten unternehmen. Macht euch darauf gefasst, da wir nun zurück in die Vergangenheit, in die goldene Ära zur Zeit unseres Propheten sallallahu 3alaihi wa sallam reisen.

Asma‘ radiyallahu 3anha berichtete: „Zu der Zeit, als az-Zubair mich heiratete, besaß er weder Geld noch Sklaven, sondern nur ein Pferd. Ich fütterte das Pferd und versorgte es. Ich fütterte auch sein Kamel, das zum Tragen von Wasser eingesetzt wurde und pflegte auch Wasser zu schöpfen, seinen Eimer auszubessern und den Teig zu kneten.

Mit dem Brotbacken kam ich nicht zurecht aber meine Nachbarinnen halfen mir dabei. Sie gehörten zu den Ansar und waren sehr nette Frauen. Gewöhnlich trug ich die Datteln von der Plantage az-Zubairs, die der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, ihm als Lehen übergeben hatte, auf dem Kopf nach Hause. Die Entfernung betrug etwa zwei Drittel eines Farsach.

Eines Tages, als ich wieder mit den Datteln auf dem Weg nach Hause war, begegnete ich dem Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, und einigen von seinen Gefährten. Er rief mich zu sich und sagte: Ikh! Ikh! (Er gab seinem Kamel Zeichen, niederzuknien), um mich hinter sich aufsitzen zu lassen. Ich aber schämte mich, und dachte an az-Zubair und seine Eifersucht.

Als ich meinem Mann später von diesem Vorfall erzählte, sagte er: „Bei Allah, es ist schlimmer für mich, dass du die Datteln auf deinem Kopf selbst tragen musst, als dass du zusammen mit dem Gesandten Allahs auf einem Kamel reitest! Nach diesem Vorkommnis schickte mir Abu Bakr einen Sklaven, der mir die Sorge um das Pferd abnahm. Ich fühlte mich, als hätten sie mir (wie einem Sklaven) die Freiheit gegeben.“ [Muslim]

Denkt daran, dass Asmaa‘ die Schwägerin des Propheten sallallahu 3alaihi wa sallam war!

Asmaa‘ berichtete: „Ich erledigte die Haushaltspflichten von az-Zubair und er hatte eine Pferd, für das ich sorgte. Nichts war anstrengender für mich, als für das Pferd zu sorgen. Ich brachte Gras für es und kümmerte mich darum, dann bekam ich einen Sklaven, da der Gesandte Allahs einige Kriegsgefangene in seinem Besitzt hatte. Er gab mir eine Sklavin. Sie begann dann, sich um das Pferd zu kümmern und befreite mich dadurch von dieser Last.

Eine Person kam und sagte: „Mutter von Abdullah, ich bin ein mittelloser Mann und habe vor unter dem Schatten deines Hauses ein Geschäft zu beginnen.“ Ich (Asmaa‘) sagte: „Wenn ich dir die Erlaubnis geben würde, so würde az-Zubair dem vielleicht nicht zustimmen, also komm und frage danach, wenn auch az-Zubair hier ist.“

Er kam demgemäß und sagte: „Mutter von Abdullah, ich bin ein mittelloser Mann. Ich plane unter dem Schatten deines Hauses ein Geschäft zu beginnen.

Ich sagte: „Gibt es in Madina (keinen Ort, um mit einem Geschäft zu beginnen) außer bei meinem Haus?“ Az-Zubair sagte: „Wieso verbietest du dem mittellosen Mann hier ein Geschäft zu beginnen?“

So begann er mit einem Geschäft und er (verdiente so viel), dass wir ihm unsere Sklavin verkauften. Az-Zubair kam zu mir, während das Geld in meinem Schoß war: Er sagte: „Gib es mir.“ und ich antwortete: „(Ich beabsichtigte) es zu spenden.“ [Muslim]

Beachte, wie Asma‘ dazu geneigt war, es jener Person zu erlauben, im Schatten ihres Hauses ein Geschäft zu beginnen, aber sie wollte nichts tun, da das eine Quelle der Störung oder Empörung für ihren Ehemann sein könnte. Deshalb stellte sie eine Frage, um nach der Meinung ihres Ehemannes zu bitten und als sie seine Reaktion wohlgesinnt fand, stimmte sie diesem Vorschlag zu.

Liebe Schwester, Allahu ta3ala hat hat dich zu einem geschützten Juwel im Islam gemacht, denn die Liberalisten versuchen, dich zu einem Handelsobjekt zu machen und die Modernisten (auch solche, die sich zum Islam bekennen) versuchen, euch eures Schamgefühls und eurer Schüchternheit zu berauben. Lies diese Ahadith aufmerksam, immer wieder und wieder, und denke lange darüber nach. Sie enthalten eine Goldmine sowohl für Frauen als auch für Männer.

Asma‘ genoss hohes Ansehen und zeichnete sich in ihrer Persönlichkeit unter anderem durch folgende Dinge aus:

  • Sie war eine der edelsten Frauen Arabiens zu dieser Zeit.
  • Die Tochter des edlen Abu Bakr as-Siddiq (ra), dem Führer seines Stammes und dem ersten Kalifen des Muslime.
  • Die Schwägerin des Besten der Menschheit, Muhammad (sas), der sie „Dhaatun-Nitaaqayn“ (jene, mit den zwei Gürteln) nannte, für ihre heldenhafte Tat während der Hijrah (Auswanderung) des Propheten (sas) und Abu Bakr von Makkah nach Madina.
  • Die Schwester der wissendsten Frau, 3A’ischa (ra), die unter den sieben Gefährten des Propheten (sas) ist, welche mehr als eintausend Ahadith überliefert haben.
  • Die Frau von az-Zubair Ibn al-3Awwam (ra), einem der zehn Gefährten, denen vom Gesandten Allahs (sas) das Paradies versprochen wurde. Az-Zubair war mutig, tapfer und verteidigte den Propheten (sas) mit seinem Schwert.
  • Die Mutter von Amirul Mu’minin Abdullah Ibn az-Zubair, dem die Bay3a im Hijaz gegeben und vder von al-Hajjaaj Ibn Jusuf ath-Thaqafi1) getötet wurde.
  • Die Mutter von 3Urwah, der, wenn er das Gebet verrichtete, dieses Leben vergas. Es war 3Urwah, dem, als sein Bein amputiert werden musste, gesagt wurde, dass er als Narkose Wein trinken soll, der es jedoch ablehnte Wein zu trinken und statt dessen die Anweisungen gab, es zu amputieren, während er im Gebet steht. Sie taten es und er fühlte nichts, bis er aufwachte.

Asma‘, möge Allahu ta3ala zufrieden mit ihr sein, war eine der edelsten Persönlichkeiten, trotzdem war sie verhüllt und schamhaft vor Männern. Sie weigerte sich mit Männern zu sein, sich mit ihnen zu vermischen oder mit ihnen gemeinsam zu gehen; und bei Allah, jene Männer über die hier
gesprochen wird, waren keine gewöhnlichen Männer! Sie waren der Gesandte Allahs und seine Gefährten.

Asma‘ diente ihrem Mann, wie es eine wahrhaftige Frau tun sollte, indem sie daheim blieb und sich um den Haushalt kümmerte. Sie war sehr achtsam in der Bewahrung und dem Schutz ihrer Ehre und der Ehre ihres Ehemannes. Bedrängte sie az-Zubair jemals, indem sie ihn an ihre ehrenvolle Abstammung als die Tochter des edlen Abu Bakr erinnerte? Sie war geduldig in den Zeiten, in denen sie Schweres durchmachte und war liebevoll und respektvoll gegenüber ihrem Ehemann. Kann eine Frau reicher als Asma‘ sein?

Ihr Vater, Abu Bakr, war ein reicher Kaufmann. Trotzdem trug sie Datteln auf ihrem Kopf und lief Meilen, um Wasser und Dattelsamen zu bekommen. Sie befasste sich auch mit Pferden und Kamelen (was sie im Haus ihres Vaters nicht tat), backte Brot, stellte ihren Ehemann zufrieden, traf ohne ihn nicht einmal Entscheidungen, auch wenn es eine offensichtliche Entscheidung für das Wohlgefallen von Allahu ta3ala wäre.

Liebe Schwester, wach auf! Erkenne, dass die Modernisten und Liberalisten dich auf einen anderen Weg als den der Mu’minin führen. Allah ta3ala sagt in ungefährer Bedeutung:

„Wer sich aber mit dem Gesandten verfeindet, nachdem ihm der rechte Weg klar geworden ist, und einen anderen Weg befolgt als den der Mu’minin, den werden Wir verfolgen lassen, was er verfolgt, und werden ihn dann in Dschahannam brennen lassen; und schlimm ist sein Ende.“ [an-Nisaa (4): 114]

(Die erwähnten Mu’minun sind die Sahaba [die Gefährten des Propheten(sas)]. Ibn Taymiyyah (ra) kommentierte diesen Vers wie folgt:

„Jeder, der dem Gesandten widerspricht und sich mit ihm verfeindet, nachdem ihnen der gerade Weg deutlich gezeigt wurde, sind einem anderen Weg als dem der Mu’minin gefolgt.

Und jeder, der einem anderen Weg als dem der Mu’minin folgt, hat dem Gesandten widersprochen und sich mit ihm verfeindet, nachdem ihnen der gerade Weg gezeigt wurde.

Wenn jemand denkt, dass er dem Weg der Mu’minin folgt und im Irrtum ist, ist in der selben Position wie jemand, der denkt, dass er dem Gesandten folgt und im Irrtum ist.“)

Welcher Weg führt zur Glückseligkeit in dieser Welt und im Jenseits, zum Wohlgefallen Allahs subhanahu wa ta3ala und zur Begleitung von Asma‘ (ra) im Paradies? Ist es der Weg des Tabarruj und des Sufuur (also das unehrenhaften Entblößens der eigenen Schönheit) und des Ikhtilat (also des Vermischens mit fremden Männern)? Oder ist es der Weg des Hijab und der Schamhaftigkeit?

Erinnert euch an die goldenen Worte von Asmaa‘, als sie sagte: „Ich aber schämte mich und dachte an az- Zubair und seine Eifersucht.“

Erinnert euch auch an das, was – wie in einem Hadith erwähnt – die eine schwarze Frau sagte: „Ich bekomme epileptische Anfälle und werde dabei entblößt, so bitte Allah für mich (, dass ich nicht entblößt werde)!“ Dies zeigt, welch reine Gesellschaft das war und welch faszinierende Frauen das waren. Sie waren die Befolger von Qur’an und Sunnah, die Salaf, auf die wir stolz sind, ihnen zu folgen.

Wir bitten dich darum, darüber nachzudenken und Allah zu bitten, uns alle zu jenen reinen Frauen und Männern gehören zu lassen, mit denen Allah ta3ala zufrieden ist und mit denen der Gesandte Allahs zufrieden sein wird und glücklich sein wird, sie im Paradies anzutreffen, weil sie seiner Sunnah gefolgt sind, obwohl sie ihn nie getroffen haben. Und sie folgten der Sunnah seiner Gefährten, obwohl sie auch diese niemals getroffen haben.

Stell dir vor, liebe Schwester, dass du unter den Gesegneten bist, die erfolgreich darin sein werden, den Sirat (die schmale Brücke, die – wie berichtet wird – über der Hölle hängt) zu überqueren und dich vor dem Hawd (dem Becken) des Propheten vorfindest und davon trinkst. Stell dir vor du bist unter jenen, die er „meine Brüder“ genannt hat, als er sagte (wie in einem Hadith im Sahih Muslim überliefert wird):

„…Da sagten die Gefährten: Sind wir nicht deine Brüder, oh Gesandter Allahs? Er erwiderte: Ihr seid meine Gefährten. Mit Brüdern meine ich diejenigen, die noch nicht gekommen sind, an mich glauben (und mir offensichtlich folgen), obwohl sie mich nicht gesehen haben.“

Stelle dich unter den Gesegneten vor, wenn der Schleier zurückgezogen wird und die Bewohner des Paradies „nichts Lieberes kannten, als das Betrachten des Angesichts ihres Herrn.“ (überliefert bei Muslim).

Wahrlich, der Lohn Allahs ta3ala ist unbezahlbar; der Lohn von Allahu ta3ala ist das Paradies; sein Preis ist das Befolgen und das Praktizieren des Qur’an und der Sunnah, auf die Art und Weise, wie es Asma‘ und az-Zubair und all die andren Sahaba taten (möge Allahu ta3ala mit ihnen allen zufrieden sein).

Zurück nach Hause in das 15. Jahrhundert der Hijra (das 21. der christlichen Ära)…

Wir hoffen und beten, dass nach der Reise durch diese authentischen Ahadith mit uns, wir all das umsetzen können, was wir gelernt haben. Wir erinneren dich, dass unsere Glückseligkeit und die Freude unserer Augen und die Zufriedenheit unseres Herzens bei dir beginnt, indem du dem Qur’an und der Sunnah und dem Weg der Salaf folgst.

1) Es wird berichtet, dass Abdullah Ibn az-Zubair radiyallahu 3anhu seine Mutter Asma‘ nach Rat fragte, als er ausziehen wollte um al-Hajjaj und dessen Anführer und Regenten Abdul Malik ibn Marwan zu bekämpfen, nachdem diese beiden ihn dazu aufgerufen hatten, friedlich aufzugeben. Sie antwortete ihm darauf:

Wenn du hinaus gehst (im Kampf), um das Buch Allahs und die Sunnah des Propheten wieder zu beleben, so wisse, dass das Lamm keinen Schmerz mehr empfindet, nachdem es schon geschlachtet wurde. So sterbe auf der Wahrheit.

Aber wenn du hinaus gehst und dabei das weltliche Leben erstrebst, dann ist nichts Gutes in dir, lebendig oder tot. Mein Sohn! Sterbe mit Ehre und Würde und gib nicht auf. (Musnad al-Haiku).

Nach diesem Treffen mit Asma‘, ging ihr Sohn Abdullah hinaus um zu kämpfen und wurde in Makkah getötet. Möge Allahu ta3ala sich seiner Erbarmen und mit ihm zufrieden sein.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

x

Siehe auch

Die Vorzüge des Freitags und was man wissen sollte

Ich weiss, dass Freitag viele Vorteile hat. Können Sie mir ein paar gottesdientstliche Taten nennen, ...

Zur Werkzeugleiste springen