Vier Prinzipien für einen noblen Charakter

 [Shaikhul Islam Ibn Qayyim al-Jawziyah (rahimahullah):]

Es ist nicht vorstellbar, dass jemand einen noblen Charakter besitzen kann, außer dass dieser auf vier Säulen gegründet ist:

Die Erste:     Sabr (Geduld)
Die Zweite:  Iffah (Keuschheit)
Die Dritte:   Shajaa’ah (Mut, Tapferkeit)
Die Vierte:   Adl (Gerechtigkeit) 

Geduld regt ihn an tolerant zu sein, seinen Zorn zu kontrollieren, Unheil, das er von anderen erfährt, zu ertragen und nachsichtig und bedacht in seinen Entscheidungen zu sein. Es motiviert ihn behutsam zu sein und nicht hastig und ungestüm.

Keuschheit regt ihn an jegliches unbesonnene Merkmal zu vermeiden, egal ob in seinen Aussagen oder Handlungen; und unterstützt ihn einen Sinn von Anstand und Rechtschaffenheit zu entwickeln, was der Inbegriff alles Guten ist. Es hütet ihn vor Unzucht, Geiz, Lüge, Verleumdung und der Verbreitung von Geschichten bzw. Informationen, um Trennung und Zwietracht zwischen den Leuten zu verursachen.

Mut/Tapferkeit regt ihn an einen Sinn von Selbstachtung zu entwickeln, hohen Wert darauf zu legen und noble Umgangsformen zu haben und diese zu einem Teil seiner natürlichen Bestimmung zu machen. Es unterstützt ihn ebenfalls sich anzustrengen und selbstlos zu sein, was im Wesentlichen die wahre Tapferkeit ist und zu einem starken Willen und starker Selbstbestimmung führt.

Es unterstützt ihn, sich von seinen minderen Leidenschaften und Begierden zu distanzieren, seinen Zorn zu kontrollieren und nachsichtig zu sein, weil er dadurch sein Naturell kontrollieren kann, es bei den Zügeln packen und sein heftiges und schädliches Verhalten zügeln kann, wie der Gesandte Allahs (sas) sagte:

„Der Starke ist nicht derjenige, der seinen Gegner zu Boden ringen kann, sondern vielmehr ist derjenige der Starke, der sich selbst kontrollieren kann, wenn er zornig wird.” ( Bukhari, Muslim)

Dies ist wahre Tapferkeit und es ist der einzige Charakterzug, den der Sklave nutzt, um seinen Gegner zu überwinden.

Gerechtigkeit unterstützt ihn, in seinem Benehmen gegenüber anderen Leuten objektiv zu sein und gemäßigt zwischen den beiden Extremen, Nachlässigkeit und Extremismus. Es motiviert ihn selbstlos und Gütig zu sein, was der Mittelweg, zwischen absoluter Erniedrigung und Arroganz ist, und dies zu einem Teil seiner Bestimmung zu machen.

Es unterstützt ihn tapfer zu sein, was der Mittelweg zwischen Feigheit und Unbedachtsamkeit ist; und nachsichtig zu sein, was der Mittelweg zwischen den beiden Extremen, unnötigem Zorn und Niederträchtigkeit, ist.

Diese vier tugendhaften Charaktereigenschaften sind die Hauptlinie und Ursprung von allen noblen Manieren.

Und alle widerwärtigen und schändlichen Charaktereigenschaften sind auf vier Säulen gegründet:

Die Erste:    Jahl (Unwissenheit)
Die Zweite: Dhulm (Ungerechtigkeit)
Die Dritte:   Shahwah (seinen minderen Gelüsten zu folgen)
Die Vierte:  Ghadab (Zorn)

Unwissenheit bringt ihn dazu das Gute als schlecht und das Schlechte als gut zu sehen und das als unvollkommen zu betrachten, was in Wirklichkeit vollkommen ist und das als vollkommen zu betrachten, was in Wirklichkeit unvollkommen ist.

Unterdrückung bringt ihn dazu die Dinge in Situationen anzubringen, welche ihnen nicht entsprechen. So wird er zornig, wenn es Zeit ist glücklich zu sein und glücklich, wenn es Zeit ist zornig zu sein.

Er ist unwissend und hastig, wenn es Zeit ist bedacht zu sein und bedacht, wenn es Zeit ist hastig zu sein. Er ist geizig, wenn es Zeit ist selbstlos zu sein und selbstlos, wenn es Zeit ist knauserig zu sein. Er ist schwach, wenn es Zeit ist tapfer zu sein und Verantwortung zu übernehmen und er übernimmt die Verantwortung, wenn es Zeit ist einen Schritt zurück zu gehen (und jemand anderen die Initiative ergreifen zu lassen).

Er ist behutsam und nachsichtig, wenn es Zeit ist rau und standhaft zu sein und er ist rau und standhaft, wenn es Zeit ist nachsichtig zu sein. Er ist bescheiden, wenn es Zeit ist anspruchsvoll zu sein und Arrogant, wenn es Zeit ist bescheiden zu sein.

Seinen minderen Gelüsten zu folgen macht ihn fleißig in der Erlangung dessen, was seine Seele inbrünstig begehrt und geizig und gierig zu sein. Es verleitet ihn, sich selbst mit allen Arten von verabscheuungswürdigen und unüberlegten Merkmalen zu schmücken.

Zorn animiert ihn arrogant, eifersüchtig und neidisch zu sein, Feindschaften gegenüber anderen zu hegen und unbedacht und schamlos zu sein.

Die Basis dieser vier abscheulichen und tadelnswerten Charaktereigenschaften sind zwei Säulen:

Entweder Selbstverachtung oder Selbstüberschätzung (Hochmut).

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